Der Torwarttrainer - Trainingstipps

KEEPERtraining

Der moderne Torwart ist der Libero hinter der Abwehr, hinzu kommt, dass der Torwart als einziger Spieler den Ball im Strafraum in die Hände nehmen darf.

Die defensiven Aufgaben liegen in der Ziel- und Raumverteidigung und die offensiven Aufgaben in der Spieleröffnung und Fortsetzungen nach Rückpässen.

Das Spiel gibt all diese Techniken vor, die im Training automatisiert und perfektioniert werden müssen.

Umsetzung:

1. Punkt

Zu beachten sind die Trainingsprinzipien

vom LEICHTEN zum SCHWEREN und vom LANGSAMEN zum SCHNELLEN.

2. Punkt

Das Technikerwerbstraining hat im Kindesalter von 8 bis 14 Jahren hohe Bedeutung.

3. Punkt

Bei Erwachsenen und Jugendlichen gibt es keinen Unterschied der Übungsauswahl.

Man unterscheidet nur:

Technikerwerbstraining     => Kinder und Jugendliche

Technikerhaltungstraining  => Seniorentraining

Um das Technikerwerbs- bzw. Technikerhaltungstraining effizienter zu gestalten, sollte man dieses in regelmäßigen Abständen filmen. Mit diesem Hilfsmittel kann der Torwattrainer besser den Bewegungsablauf nachvollziehen und schneller und besser seinen Torhüter Feedback geben. Gleichzeitig wird der Trainingsfortschritt dokumentiert, der für die Motivation hilfreich sein kann.

4. Punkt

Im Kindes- und Jugendalter wird der Fortschritt im reinen Technikerwerb relativ zügig  voranschreiten. Die Probleme liegen eher bei der Umsetzung im Spiel. Wann setz ich welche Technik ein, bzw. kann der Torwart diese Technik aus entwicklungstechnischen Gründen im Wettkampf umsetzten?

Beispiel:

Ein 10-jähriger Torwart soll einen Auswurf über 40 Meter tätigen und einen Konter einleiten nachdem er eine Flanke abgefangen hat.

Dazu wird der junge Torwart noch nicht in der Lage sein. Einerseits ist es dem Torwart regeltechnisch untersagt bis zur U12 den Ball über die Mittellinie zu werfen oder auszuschießen, andererseits wird er noch Probleme mit der Kopplungsfähigkeit bei Flanken oder diverser Spielsituationen haben. Die Technikdes Abwurfes, des Ausschusses bzw. des richtigen Absprunges bei Flanken muss trotzdem erlernt und automatisiert werden. Die Kopplungsfähigkeit für die Flanke wird entwicklungstechnisch noch nicht voll ausgereift sein und den Torwart oft vor eine unlösbare Aufgabe stellen.

Genau in dieser Phase ist es nun wichtig, den Torwart mit einem guten technischen Werkzeug für die Zukunft auszustatten. Das Rezept dafür ist Ausdauer, Kontinuität, Wiederholungen und spielnahe Übungen. Damit erreicht man, dass der Torwart Spielsituationen leichter erkennt und dadurch besser lösen kann. Aus trainingstechnischer Sicht machen genau diese Wiederholungen im Technikerwerbstraining, gekoppelt mit spielnahen Aktionen, den Unterschied in späterer Jahren aus.

5. Punkt

Erlernen von neuen Bewegungsmustern

Im Seniorenbereich ist es oft schwierig Bewegungsmuster zu ändern. Einem Torwart, der an die 30 Jahre alt ist, wäre es nicht sinnvoll neue Bewegungsmuster einzutrainieren. Der Aufwand wäre zu groß und würde den Torwart verunsichern.

Hier ist es wichtig an den Stärken zu arbeiten, dadurch bekommt der Torwart selbstvertrauen und kann seine Schwächen besser kompensieren.

Wichtig:

Auf Schlampigkeitsfehler muss unbedingt eingegangen werden, da der Torwart, der das Bewegungsmuster richtig verinnerlicht hat, die Technik nur aus Bequemlichkeit nicht richtig ausführt.

Nach schweren Verletzungen muss man genau so wie im Technikerwerbstraining      wieder von "NUll" beginnen und die Bewegungsabläufe Schritt für Schritt erlernen.

6. Punkt

Man nimmt an, wenn ein Torhüter eine sehr gute islolierte Torwarttechnik beherrscht, muss er diese auch im Spiel anwenden können.

                          "Dies ist ein großer Irrtum!" 

Ein gute isolierte Torwarttechnik ist immer von Vorteil, um Situationen unter Zeit-, Raum- und Gegnerdruck im Wettkampf lösen zu können.

Beispiel:

Was macht ein Torwart, der die Technik von Flanken sehr gut beherrscht, aber das Zweikampfverhalten nicht besitzt?

Der Torwart wird keine Flanke, die einen Zweikampf vorraussetzt, lösen können!

Darum sollte man den Torwart aufmerksam machen, dass das Wettspiel bzw. der     Wettkampf andere Regeln hat und die richtige oder optimale Torwarttechnik oft     nicht durchgeführt werden kann, aber die Aktionen müssen positiv gelöst werden.

Im Wettkampf zählt nur eines: "Der Ball darf nicht ins Tor!"

Hier ein Beispiele mit Coachingpunkten:        

 

 

 

 

Coachingpunkte

1. Punkt

Handgelenk muss gestreckt sein. Zeigefinger und Daumen beider Hände bilden ein Dreieck beim Fangen des Balles um ein durchrutschen des Balles zu verhindern.

2. Punkt

Augen sind immer auf den Ball gerichtet.

3. Punkt

Den Ball am höchsten Punkt vor dem Kopf fangen. Die Arme sind dabei nicht ganz gestreckt.

4. Punkt

Unter Schwungeinsatz des Gegenknies (=Schutzbein) und der Arme kräftig von Boden abdrücken.

5. Punkt

Letzter Schritt zum Ball ist größer. Der Absprung erfolgt einbeinig mit dem Bein von welcher der Ball kommt. Dabei ist Fuß, Knie und Hüftgelenk des Absprungbeines vollkommend gestreckt.

Spielsituation:

1. Punkt

Handgelenk ist gestreckt. Hände und Arme sind zu eng beisammen. Große Gefahr das der Torwart den Ball nicht Fangen kann.

2. Punkt

Augen sind auf dem Ball gerichtet.

3. Punkt

Der Ball wird nicht am höchsten Punkt gefangen. Torwart hat großen Gegnerdruck.

4. Punkt

Abdruck in die Höhe ist nicht möglich, da das Schwungbein nicht eingesetzt werden kann.

5. Punkt

Keine vollständige Steckung des Fußes, Knies und Hüftgelenkes möglich, dadurch kann kein kraftvoller Abdruck in die Höhe erfolgen.