Montag 19. September 2011

Personalien Deutschland: Eisiger Empfang für Manuel Neuer

Bayern München: Es war nicht anders zu erwarten: Die Schalker Fans bereiteten Nationaltorwart Manuel Neuer (Bild oben) bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen (2:0 für Bayern) einen eisigen Empfang. Als der Torhüter das Feld im Bayern-Trikot betrat, pfiff sich die Nordkurve die Finger wund, mit Sprechchören und Plakaten verlieh der harte Kern seiner Abneigung gegen den Ex-Kapitän Ausdruck. Auch eine "Todesanzeige" befand sich unter den Bannern. Neuer selbst war von den Reaktionen nicht überrascht. Vor vier Monaten hielt er noch den DFB-Pokal in die Höhe - allerdings im Schalker Trikot. Jubelarien in Königsblau gehören nun der Vergangenheit an, und der Status hat sich offenbar von "Publikumsliebling" zu "Hassfigur" geändert. Judas-Sprechchöre beim Betreten des Platzes 40 Minuten vor Spielbeginn, gellende Pfiffe, all das musste Neuer ertragen. Auf einem riesigen Plakat stand geschrieben: "Wir trauern um M. Neuer - gestorben zwischen 2005 und 2011 - wiederauferstanden als charakterlose Marionette." Und das war noch eines der gemäßigteren Plakate. Auch vor und während des Spiels ließen die Fans ihrem Ärger freien Lauf. Neuer marschierte bei seinem Spießrutenlauf auf dem Weg in die Nordkurve im Stechschritt Richtung Tor. Blickkontakt vermied er tunlichst. Der 25-Jährige versuchte, sich auf den Sport zu fokussieren. Ganz, wie er es angekündigt hatte. Pfiffe begleiteten ihn auf dem Weg in die Kurve, Pfiffe begleiteten ihn bei jedem Ballkontakt. "Ich habe schon damit gerechnet, dass ich so empfangen werde. Es ist klar, dass man das nicht gerne hört, aber wenn man es vorher weiß, dann stellt man sich drauf ein und dann geht es ins eine Ohr rein und ins andere Ohr raus. Für mich war wichtig, dass wir mit dem FC Bayern gewinnen und deshalb bin ich froh, dass das Spiel jetzt vorbei ist", erklärte Neuer, der mit seinem Nachfolger Ralf Fährmann das Trikot tauschte und nach der Partie mit seinen Ex-Kollegen munter plauderte. Auf eine offizielle Verabschiedung, die wegen Neuers Wechsel nach Saisonende nicht mehr zustande gekommen war, hatte die Schalker Führung vor dem Spiel verzichtet, um die eigenen Fans nicht noch zusätzlich zu provozieren. Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellte. Unter anderem Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Abwehrchef Benedikt Höwedes hatten sich vor der Rückkehr des Torwarts in seine Geburtsstadt gegen Missfallenbekundungen ausgesprochen. "Die Pfiffe waren unüberhörbar. "Manu" hat hervorragende Jahre auf Schalke gehabt und hat einiges für Schalke getan - das hat er nicht verdient", erklärte Höwedes. Die Fans sahen dies offenbar anders...

Borussia Mönchengladbach: Marc-André ter Stegen und Torwarttrainer Uwe Kamps (Pic Zwei) prallten in der Vorwoche beim Fußballtennis heftig zusammen; beide mussten zunächst in einer Klínik behandelt werden. ter Stegen brachen dabei zwei Schneidezähne ab, er konnte aber in Hamburg (1:0) mit einer Schiene über den reparierten Zähnen auflaufen! Kamps erlitt Platzwunden auf der Stirn und über dem linken Auge, leitete aber bereits wieder am nächsten Tag das Torwarttraining.

Sportfreunde Lotte: Die nächste Runde im Verbandspokal erreicht, aber den Sieg teuer erkauft. Das ist das Fazit der Sportfreunde Lotte nach dem Cupmatch am vergangenen Mittwochabend bei Westfalia Herne. Mit 7:1 (2:1) setzte sich der West-Regionalligist zwar standesgemäß durch und steht damit im Achtelfinale des Pokals; Freude kam bei Trainer Maik Walpurgis aber nicht so recht auf. Der gerade verpflichtete zweite Torhüter Stephan Tantow (Foto unten), der erst sein zweites Pflichtspiel für Lotte absolvierte, fiel nach einem Luftkampf mit einem Herner Spieler so unglücklich auf den Boden, dass er mit einem gebrochenen Ellbigenköpfchen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Damit fällt er für den Rest der Vorrunde aus und Lotte ist wieder auf Torwartsuche...

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