Roland Goriupp im Ks-Exklusivinterview: "Bin stolz auf 16 Einberufungen ins Nationalteam!"
Roland Goriupp (* 24. April 1971 in Graz) ist ehemaliger Nationaltorwart Österreichs.
Er begann seine Karriere beim Grazer AK, wo er von der U8 an sämtliche Nachwuchsstationen durchlief. Als Ende März 1989 die beiden ersten Torwarte der "Athletiker" aufgrund von Verletzungen ausfielen, kam Goriupp als 17-Jähriger zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Als nach 90 Minuten das Spiel gegen SK Rapid Wien mit einem torlosen Unentschieden endete, sprachen einige Zeitungen bereits vom "neuen Rudi Hiden". Nachdem die arrivierten Torwarte zurückkehrten, musste Goriupp wieder in die U21-Mannschaft und absolvierte so für seinen Stammverein nur acht Bundesligaspiele in der höchsten Spielklasse. Nach dem Abstieg des GAK in die zweite Liga in der Spielzeit 1989/90 wurde Goriupp aber schnell zur Nummer eins im Tor der "Athletiker" und trug seinen Teil zur sportlichen Konsolidierung des Grazer Traditionsvereins in wirtschaftlich angespannten Zeiten bei. Als der GAK im Frühjahr 1993 im Aufstiegs-Playoff knapp am Wiederaufstieg vorbeischrammte, entschied sich der junge Torwart für den Wechsel in die oberste Spielklasse zum Lokalrivalen SK Sturm Graz. Mit Sturm Graz wurde Goriupp 1996 und 1997 Cupsieger und kam auch in der Meistersaison 1997/98 zum Einsatz. In der Saison 1998/99 wechselte der Torwart von Sturm Graz zum DSV Leoben in die zweithöchste Spielklasse Österreichs. Im Jahr 2001 folgte dann der Wechsel zum gleichklassigen FC Kärnten und mit den Klagenfurtern gelang ihm 2001 auch der Aufstieg in die höchste Spielklasse Österreichs. Im selben Jahr folgten noch der Cupsieg und der Supercuptitel. Goriupp war bei den Kärntnern bis 2004 Stammtorwart, bevor er vom Kroaten Pavlovic als "Einsertorwart" abgelöst wurde. Nachdem der FC Kärnten in dieser Saison abstieg, spielte Goriupp noch ein Jahr als Ersatztormann in Klagenfurt. In der Saison 2005/06 wechselte er zum Regionalligisten SK St. Andrä. Im Juni 2008 beendete er seine aktive Karriere und eröffnete als Partner des Steirischen Fußballverbandes in Graz eine Tormannakademie. Gleichzeitig übernahm er die vakante Position des Tormanntrainers bei seinem Stammklub, dem GAK, zudem ist er auch für den Verein spielberechtigt. Trotz etlicher Einsätze im U21-Team und 16 Einberufungen in den A-Kader kam er nur einmal, bei der 2:6 Niederlage gegen Deutschland in Leverkusen, im ÖFB-Team zum Einsatz.
Seit einigen Wochen haben wir von KEEPERsport mit Rolands Torwartschule eine neuen Kooperationspartner hinzugewonnen; Ks-Redakteur Christoph Nowak nahm dies zum Anlass und sprach mit Roland Goriupp über dessen Karriere, seine Tormannakademie, die Zusammenarbeit mit KEEPERsport und vieles mehr:
KEEPERsport: "Hallo Roland, servus! Du betreibst zusammen mit dem steirischen Fußballverband eine Torwartschule in Graz. Erzähle uns doch ein bisschen mehr darüber."
Roland Goriupp: "Ich habe im Sommer 2009 als Partner des Steirischen Fußballverbandes die "Steirische Tormannakademie Goriupp.com" gegründet. Dabei kann ich die optimalen Trainingsbedingungen auf der Sportanlage des Verbandes nutzen. Im Gegenzug dafür stelle ich mich als Tormanntrainer für die Steirische Auswahl zur Verfügung und referiere im Rahmen der Trainerausbildung des Verbandes über Torwarttraining bis zum Kinderfußball hinunter. Der Steirische Fußballverband ist der erste Landesverband, der mit diesem Modell den modernen Anforderungen der Tormannausbildung Rechnung trägt. Die Torleute, die bei uns trainieren kommen von vielen verschiedenen Vereinen unterschiedlichster Alters- und Leistungsklassen. In der Tormannakademie trainieren sie dann zusätzlich zum Mannschaftstraining beim Verein ein- bis zweimal pro Woche in leistungsmäßig zusammengestellten Kleingruppen. Die Trainingsplanung erfolgt nach einem eigens entwickelten Modell, das alle Anforderungen und Paramater des Tormanntrainings über einen Zeitraum von unseren fünfmonatigen Semestern abdeckt. Video-Analysen, Leistungstests und Theorie-Vorträge im Lehrsaal runden unsere Betreuung ab."
KEEPERsport: "Gilt dein Angebot eigentlich nur für Jugendkeeper oder können auch Erwachsene zu Euch kommen? Bietet Ihr auch eigene Schulungen für Torwarttrainer, z. B. von kleinen Amateurvereinen, an?"
Roland Goriupp: "Wir unterscheiden intern unter folgenden Trainingsgruppen: 1. Kinder bis ca. 12 Jahre, 2. Jugendliche und Nachwuchs-Grundausbildung, 3. Nachwuchs-Talenteförderung und Erwachsenen-Amateure, 4. Profiausbildung
Unsere erwachsenen Keeper haben ein Leistungsspektrum von der siebten Klasse (Gebietsliga) bis zur dritthöchsten Leistungsstufe (Regionalliga). Dazu kommt auch immer wieder der eine oder andere Profi-Torwart der sich in vertragsloser Zeit bei uns fit hält und auf neue Aufgaben vorbereitet. Wir bieten derzeit noch keine TW-Trainer-Schulungen für andere Vereine an, da uns diesbezüglich, ehrlich gesagt, einfach auch die Zeit gefehlt hat. Es ist bei uns jeder herzlich eingeladen, beim Training zuzusehen und wir stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung. Aber ich glaube, wir sollten vielleicht gemeinsam einmal über die Planung eines zukünftigen Torwarttrainer-Seminars nachdenken. Intern habe ich mit meinen zwei fixen Tormanntrainern und weiteren zwei Trainern, die auf Abruf bereit stehen, vor jedem Semester eine zweitägige Trainertagung, wo ich meine Philosophie und meine Einstellung zum Tormanntraining vermittle. Dadurch, dass ich selber auch immer wieder neue Erkenntnisse gewinne und weiter herumtüftle, ist das auch unbedingt notwendig, dass dieser Austausch mit meinen Freunden regelmäßig stattfindet. Außerdem hole ich mir in diesem Rahmen auch immer wieder das ehrliche Feedback meiner Kollegen ein, was wir weiter verbessern können."
KEEPERsport: "Du bist gleichzeitig auch noch Torwarttrainer bei deinem Stammverein Grazer AK; ich war dort vor vielen Jahren einmal bei einem UEFA-Cup-Spiel gegen den AS Monaco im Stadion, tolles Spiel in einer total schönen Stadt... In welcher Liga spielt denn der Klub heute und wie ist die wirtschaftliche Lage, wegen der es ja bekanntlich nach unten ging?"
Roland Goriupp: "Der GAK spielt zur Zeit in der Regionalliga Mitte (Dritte Leistungsstufe) und kämpft in den letzten zwei Runden der diesjährigen Meisterschaft in aussichtsreicher Position um den Aufstieg in die "ADEG"-Bundesliga.
Unser derzeitiger Stammtormann ist übrigens der erst 18jährige Christian Petrovcic, der sich im Laufe der Meisterschaft von der talentierten Nummer drei zur Nummer eins emporgearbeitet hat.
Die finanzielle Situation ist wie bei allen Vereinen in der Regionalliga sehr angespannt. Aber der Verein arbeitet sehr professionell und hat es wieder geschafft, ein ausgeglichenes Budget auf die Beine zu stellen. Aber natürlich erhofft sich so ein Traditionsverein wie der GAK auf Bundesliga-Ebene weit höhere Einnahmen aus Zuschauereinnahmen und Sponsorbeiträgen, um wirtschaftlich nicht immer so unter Druck zu stehen."
KEEPERsport: "Gibt es Perspektiven, mit dem GAK in absehbarer Zeit wieder in die Bundesliga zu gelangen?"
Roland Goriupp: "Wie gesagt, das wird alles in den nächsten zwei Wochen entschieden und wir sind eine von drei Mannschaften, die noch sehr gute Chancen für den Aufstieg in die "ADEG"-Bundesliga haben. Eine Rückkehr in die oberste Spielklasse "tipp3"-Bundesliga ist sicherlich das langfristige Ziel in den nächsten zwei bis drei Jahren."
KEEPERsport: "Du warst in Österreich Meister, Pokalsieger und Supercupgewinner, hast aber lediglich ein Länderspiel bestritten; woran lag das?"
Roland Goriupp: "In meiner Analyse lag das an zwei Dingen: Zum einen stand ich mit Franz Wohlfahrt, Alexander Manninger, Jürgen Macho und Helge Payer einer sehr, sehr starken Konkurrenz gegenüber, die es sich mehr als verdient hatte, die Nummer eins in Österreich zu sein. Zum zweiten konnte ich meine eigenen Leistungen immer sehr realistisch und gut selber einschätzen. Ich war ein sehr guter Bundesligatormann in Österreich, mit dem Höhepunkt als bester Bundesligatormann 2001/2002 gewählt geworden zu sein. Aber als Tormann von Sturm Graz und FC Kärnten hast du nicht denselben Druck wie meine Kollegen, die im Ausland erfolgreich waren, oder zumindest beim Rekordmeister Rapid Wien. Spitzenleistungen in der deutschen Bundesliga, in England oder Italien sind weit höher einzuschätzen als dieselben Leistungen in Österreich. Wenn wir die Möglichkeit haben, einen "Teamtormann" zu stellen, der über internationale Erfahrung verfügt, müssen wir das auf alle Fälle wahrnehmen. Ich bin aber stolz darauf, trotzdem 16-mal ins A-Team einberufen geworden zu sein."
KEEPERsport: "Deine Tormannakademie ging vor kurzem mit unserer Firma eine Kooperation ein, wie sieht diese denn im Detail aus und welche Vorteile haben deine Schüler davon?"
Roland Goriupp: "Ich freue mich, mit KEEPERsport den kompetentesten Partner in Österreich bezüglich Torwart-Ausrüstung für unsere Tormannschule gewonnen zu haben. Ich habe die Möglichkeit, bei KEEPERsport zu günstigen Konditionen meine Torhüter optimal auszurüsten. Außerdem sind wir sogar in der Planung eines eigenen Handschuhmodells für die Steirische Tormannakademie, das von KEEPERsport eigens für uns produziert wird. Unsere Torhüter besuchen täglich (Wie wir auch!) die Homepage von KEEPERsport und informieren sich über tormannspezifische Neuerungen. Da sind wir stolz, ebenfalls auf dieser Page präsent zu sein."
KEEPERsport: "Wie siehst du grundsätzlich die Konzeption "KEEPERsport"?"
Roland Goriupp: "Perfekt!!! Mir gefällt die Philosophie, die dahinter steht und noch mehr der Mut der Gründer, die vor einigen Jahren KEEPERsport ins Leben gerufen haben. Bei KEEPERsport werden alle Bedürfnisse der Torleute jeder Altersklasse haben befriedigt. Der Marktauftritt ist sehr professionell, die Homepage sehr informativ und übersichtlich. Die Eigenproduktionen in der Tormannausrüstung werden ausschließlich von Torleuten aus der Praxis für Torleute in der Praxis kreiert und produziert. Auch die Zentrale in Kottingbrunn ist ein "Paradies" für alle Torleute, die den Weg auf sich nehmen. Da haben unsere Kollegen aus Wien und Niederösterreich natürlich einen angenehmen Vorteil, dass sie neue Produkte immer gleich vor Ort anschauen und ausprobieren können, bevor sie sie fix erwerben. Vielleicht ist es mittel- bis langfristig ja sogar auch möglich bei uns in Graz eine Filiale von KEEPERsport für Südösterreich zu betreiben?!?"
KEEPERsport: "Jeder Torwarttrainer hat ja so etwas wie eine eigene Philosophie, wie sieht deine denn aus, auf welche Schwerpunkte legst du besonderen Wert in deiner Ausbildung?"
Roland Goriupp: "Es geht nicht um die Philosophie der Tormanntrainer, sondern um die individuelle Ausbildung unterschiedlicher Torleute! Aber es gibt einige allgemeine Grundsätze deren Berücksichtigung bei uns in der Tormannakademie vermittelt werden und die ich als meine "Zehn goldenen Torwartregeln" wie folgt zusammengefasst habe:
1. Blick und Konzentration sind immer auf den Ball gerichtet!
Egal ob im Training oder im Spiel: Als Tormann habe ich den Blick immer unmittelbar auf den Ball zu richten. Um mir einen Überblick vom Spielgeschehen machen zu können, muss ich für einen Rundblick trotzdem den Ball immer peripher im Auge behalten.
2. Wenn möglich wehre ich den Ball immer in einer offensiven Vorwärtsbewegung ab oder fange ihn!
Durch eine offensive Vorwärtsbewegung übe ich Druck auf den Gegenspieler aus und verkürze außerdem den Winkel, der für einen Torschuss zur Verfügung steht.
3. Ich führe und coache meine Mannschaft in einer positiven Form!
Durch klare Anweisungen helfe ich bereits im Vorfeld, torgefährliche Situationen zu verhindern, ohne selber eingreifen zu müssen.
4. Gesicherte oder ruhende Bälle werden von mir platziert und in entsprechender Schärfe zu darauf vorbereitete Mitspieler kontrolliert ins Spiel gebracht!
Ziel ist es, die Bälle so ins Spiel zu bringen, dass meine Mitspieler den Ball so schnell wie möglich kontrollieren und weiterspielen können. Im Tormanntrainingsbereich ist der Tormanntrainer gleichwertig als eigener Mitspieler anzusehen.
5. Sicherheit geht vor Attraktivität!
Ich tue alles dafür, kein Tor zu bekommen! Nicht spektakuläre Aktionen und Paraden sind das vorrangige Ziel, sondern so souverän wie möglich der Mannschaft zu helfen.
6. Mein Körper ist mein Kapital!
Durch meinen professionellen Lebenswandel, meine gesunde Ernährung und ein ausgeprägtes Körperbewusstsein ist mein Körper für Spitzenleistungen vorbereitet. Gymnastik, Dehnungsübungen sowie gezieltes Krafttraining in meiner Freizeit ergänzen mein Tormann- und Mannschaftstraining.
7. Ich bin selbstbewusst, aber nicht überheblich!
Ich weiß, was ich kann, weil ich alles dafür mache. Ebenso respektiere ich aber auch andere Menschen für das, was diese machen. Ich bin vielleicht ein besserer Torwart als andere, aber deswegen kein besserer Mensch.
8. Hinter jedem erfolgreichen Sportler steckt eine reife Persönlichkeit!
Ein guter Tormann kann am Platz ruhig ein „positiver Spinner“ sein. Aber Spinner allein ist zuwenig. Eine reife Persönlichkeit, die sowohl am Platz als auch in der Öffentlichkeit sicher und selbstbewusst auftritt, macht erst einen Spitzensportler aus.
9. Ich bin proaktiv und ständig präsent!
Ich bestimme am Platz und in meinem privaten Bereich selber, was ich mache. Kein anderer ist dafür verantwortlich. Außerdem konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf das, was ich gerade mache.
10. Ich lasse mich nicht verunsichern und behalte ständig die Nerven!
Ich akzeptiere eigene Fehler, ungerechtfertigte Kritik oder Fehlentscheidungen des Schiedsrichters als Tatsachen, ohne mich dadurch aus der Konzentration bringen zu lassen. Ich verschwende während des Spiels keine Gedanken daran, sondern konzentriere mich ausschließlich auf die nächste Aktion, in der ich wieder präsent sein muss."
KEEPERsport: "Gibt es bei dir auch Aspekte in mentaler bzw. sportpychologischer Hinsicht, die geschult werden?"
Roland Goriupp: "Ja, siehe die Punkte 6 bis 10 der "Goldenen Regeln"! Wir arbeiten regelmäßig im Training auch im kognitiven Bereich und wollen unsere Torleute auf den Druck und die psychischen Anforderungen, die auf einen Tormann höheren Niveaus zukommen, vorbereiten. Mentales Training gehört heutzutage zur Grundausrüstung eines Bundesliga-Torhüters. Den Weg dorthin muss jeder für sich selber finden. Wir helfen unseren Torleuten auf diesem Weg, indem wir die verschiedensten Techniken vorstellen und entsprechende Literatur-Ratschläge geben können. Die Basis des positiven Denkens und der eigenen Ziel-Formulierung wird im Rahmen der Semester-Ausbildung auch von mir selber vorgetragen."
KEEPERsport: "Was war für dich als aktiver Keeper an einem guten Torwarthandschuh wichtig und was hattest du eigentlich für Ausrüster zu deiner Zeit?"
Roland Goriupp: "Ich spielte hauptsächlich und am liebsten mit "uhlsport"-Produkten. Zum Schluss dann auch mit "JAKO", das auch auf dem Handschuh-Sektor stark aufgeholt hat und sehr innovativ sind. Folgenden Ansprüchen musste mein Handschuh entsprechen:
Weiche Oberhand, dicker Supersoft-Belag, schmaler Schnitt bei den Fingern mit Airmesh-Einsätzen, elastische und weiche Lasche.
Außerdem hatte ich immer eigene Handschuhe für Regenwetter und nassen Boden ("Aqua"). Ich brauchte auch immer sehr viele Handschuhe, da mir neue Handschuhe immer sehr viel Selbstvertrauen gaben. Es ist noch immer ein sehr schönes Gefühl "jungfräuliche" Handschuhe auszupacken und damit das erste Mal zu spielen oder zu trainieren."
KEEPERsport: "In Österreich kämpfen ähnlich viele Keeper um den Stammplatz im Tor der Nationalmannschaft; wen siehst du derzeit in Östereich und in Deutschland vorne?"
Roland Goriupp: "In Österreich ist natürlich Alex Manninger, der bei Juventus Turin heuer schon 16 Spiele gespielt hat, die absolute Nummer eins für mich. Es gilt, was ich schon vorher gesagt habe: Wenn wir Torhüter haben, die sich Woche für Woche in ausländischen starken Ligen beweisen müssen, ist das weit höher zu bewerten als die sehr guten Leistungen unserer heimischen Kollegen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Sprung von der Routine der österr. Bundesliga zu entscheidenden Spielen mit der Nationalmannschaft sehr groß ist. Deswegen wären dann noch Jürgen Macho, wenn er wieder Stammtormann einer guten Mannschaft ist, und Helge Payer von Rapid meine Favoriten für den Kader. Thomas Gebauer von Ried und Christian Gratzei von Sturm Graz spielten beide eine hervorragende Saison. Auch sie können jederzeit im Team einspringen. In der deutschen Bundesliga ist mein Lieblingstormann der Tscheche Jaroslav Drobny von Hertha Berlin.
Generell verfügt Deutschland über eine Vielzahl ausgezeichneter Torhüter. Das ist meiner Meinung nach auch schon die Folge ausgezeichneter Tormanntrainer-Leistungen, die in Deutschland schon seit Jahren auch in der Jugend einen sehr hohen Stellenwert hat. Eine Wertung der deutschen Team-Torleute wäre von mir unseriös, weil ich nicht Woche für Woche die Leistungen genau beobachte. Bevor ich nur Meinungen anderer Medien ungeprüft übernehme enthalte ich mich lieber dieser Beurteilung."
KEEPERsport: "Du bist für den GAK noch spielberechtigt, erleben wir im Fall der Fälle vielleicht sogar nochmal den Torwart Roland Goriupp?"
Roland Goriupp: "Nein, ganz sicher nicht! Außer bei einer weiten Auswärtsfahrt fällt einer der beiden Kader-Torleute aus, ich muss mich auf die Bank beim Spiel setzen und dort dann noch nach einem Ausfall dieses Tormannes einspringen (Restrisiko ca. ein Prozent)...
Meine Aufgabe beim GAK ist es, die Torleute, die dem GAK zur Verfügung stehen, optimal auf den nächsten Spieltag vorzubereiten und ihnen jede Hilfe zu geben, die sie brauchen. Darüber hinaus schauen wir gemeinsam mit den Tormanntrainern Erich Hasler (GAK Amateure), Hans Steigenberger (GAK Akademie) und Bernd Kröpfl (GAK Nachwuchs), dass auch in Zukunft solche Talente wie Christian Petrovcic (aktueller U18-Teamtormann) gesichtet und ausgebildet werden. Der GAK hat da in der Vergangenheit (auch mit Franz Almer als Tormanntrainer) schon hervorragende Aufbauarbeit geleistet und ist im Tormann-Ausbildungsbereich sicherlich auch österreichweit in einer Vorreiter-Rolle."
"Roland, ich bedanke mich auch im Namen meiner Kollegen für dieses sehr informative wie interessante Interview - tolle Sache, war klasse :) !"







