Michael Gspurning: "Der Spitzname "Kerberos" gefällt mir!"
Michael Gspurning (* 2. Mai 1981 in Graz) ist seit kurzem österreichischer Nationalkeeper und spielt aktuell durchweg erfolgreich beim griechischen Erstligisten Skoda Xanthi.
Gspurning startete seine Karriere beim ASK Voitsberg in der Regionalliga Mitte. Er war dort bereits mit 17 Jahren Stammspieler bis er schließlich im Jahr 2000 zur Wiener Austria wechselte. Von 2001 bis 2004 spielte Gspurning bei DSV Leoben in der Ersten Liga.
Nach starken Auftritten bei den Donawitzern wechselte er Anfang 2004 zu Pasching in die Bundesliga, wo er als zweiter Goalie hinter Josef Schicklgruber agierte. Nach drei Jahren in Oberösterreich ging er im Winter 2006/2007 zu Skoda Xanthi in die griechische "Super League".
Am 12. November 2008 wurde Gspurning erstmals von Teamchef Karel Brückner in den Kader der österreichischen Fußballnationalmannschaft für das Test-Länderspiel gegen die Türkei einberufen und debütierte dann auch über 90 Minuten im Wiener Ernst-Happel-Stadion bei der 2:4-Heimniederlage am 19. November 2008, u. a. da Stammkeeper Alexander Manninger (Juventus Turin) aufgrund einer Rückenverletzung gar nicht erst angereist war.
"Gsputi" stand KEEPERsport-Mitarbeiter Christoph Nowak nun im letzten großen KS-Exklusivinterview des Jahres 2008 telefonisch Rede und Antwort.
KEEPERsport: "Hallo Michael. Dein Debüt im österreichischen Nationalteam ist nun knapp zwei Wochen her, leider setzte es eine 2:4-Testspiel-Niederlage gegen das türkische Team und du bekamst nicht wirklich viel Gelegenheit, dich auszuzeichnen. Wie denkst du heute über die Einladung zum, die Tage beim Team und das Match an sich?"
Michael Gspurning: "Es war einfach eine riesige Erfahrung für mich, die ich auf keinen Fall - trotz des 2:4 - missen möchte. Es gibt halt einfach so Spiele für Torhüter, in denen du nicht die Möglichkeit hast, dich auszuzeichnen. Dann bleibt nur eines: Akzeptieren, cool bleiben und trotzdem Ruhe ausstrahlen. Dies ist mir gut gelungen und ich war dann auch bei den brenzligen Situationen in der Schlussphase zur Stelle. Wenn man in der Liga in elf Spielen nur drei Gegentore bekommt und dann beim Teamdebüt innerhalb von 50 Minuten die gleiche Anzahl, steigt natürlich der innerliche psychologische Druck, ob man will oder nicht. Dem standzuhalten war dann das eigentliche Ziel der restlichen Spielzeit."
KEEPERsport: "Im Nationalteam kriselt es ja seit dem Sensationserfolg über Frankreich ein wenig, wie war eigentlich die Stimmung und wie bist du aufgenommen worden?"
Michael Gspurning: " Die Integration hätte nicht besser verlaufen können. Sofort mit der Zusammenkunft war auch ein "Wir-Gefühl" vorhanden und alle Spieler, auch die Neulinge, wurden mit Respekt und Freude willkommen geheissen. Diese gute Atmosphäre hat es mir auch ermöglicht, mich wohl zu fühlen und gleichzeitig eine gewisse Führungsrolle zu übernehmen, die anhand der Ausfälle auch gebraucht wurde und sowieso zu den Pflichten des Torhüters gehört."
KEEPERsport: "Es ging ja alles ziemlich schnell mit deiner Nominierung - vor einem knappen halben Jahr kurz vor der EURO standen mit Macho, Manninger, Payer, Gratzei und Özcan noch mindestens fünf Torleute vor dir auf der "ÖFB-Liste" - plötzlich warst du dann doch im Kasten! Was empfindet man da, wenn man plötzlich ins Happel-Stadion einläuft und die Nationalhymne hört?"
Michael Gspurning: "Ich war voller Stolz und fühlte eine starke innere Harmonie und Ruhe. Sowas gehört halt zu den Momenten im Leben, an die du später mal zurückdenkst und deinen Enkelkindern davon erzählst."
KEEPERsport: "Du spielst ja in Griechenland beim dortigen Erstligisten Skoda Xanthi, und dies ziemlich erfolgreich; du hast diese Saison schon einmal sehr lange Zeit überhaupt kein Gegentor bekommen, wieviel Minuten waren `s denn jetzt genau?"
Michael Gspurning: "Ganz ehrlich, keine Ahnung. Zwischendurch hab´ ich mal durchgerechnet, aber dann wieder damit aufgehört, da so etwas eher blockiert und von deinem eigentlichen Fokus ablenkt. Schlussendlich waren es so um die 650 Minuten glaube ich. Ich habe es jetzt aber doch mit einem Rekord in die griechischen Sportgeschichtsbücher geschafft und bin jetzt schon sieben Spiele ohne Gegentor in der Fremde. Das schaffte nur noch Panathinaikos in der Saison 1969/70. „Schau´mer `mal“, was da noch möglich ist, aber das nächste Spiel auswärts ist bei PAOK Saloniki und dort zu Null zu spielen ist alles andere als leicht. Aber mit dem Spitznamen „Kerberos“ (Der Höllenhund aus der griechischen Mythologie), der aus den griechischen Medien stammt, habe ich mich schon angefreundet, der gefällt mir irgendwie... "
KEEPERsport: "Kannst du uns ein bisschen was über den Verein und dein Leben in Griechenland erzählen? Wie muss man sich die Bedingungen und die Struktur bei Skoda vorstellen, wo liegt Xanthi eigentlich genau und wie wohnst bzw. lebst du in Südeuropa?"
Michael Gspurning: "Also die Bedingungen in Xanthi könnten besser nicht sein. Wir haben ein tolles neues Trainingsgelände mit zwei Plätzen nur für die Profis und sogar ein eigenes Klubhotel beim Stadion, in dem vor den Spielen übernachtet wird. Der Verein profitiert irrsinnig von der Partnerschaft mit Skoda, die inzwischen auch schon über 15 Jahre existiert. Xanthi liegt 250 Kilometer östlich von Saloniki auf dem Weg nach Istanbul. Gleich um die Ecke befindet sich die Urlaubsinsel Thassos und die schöne Hafenstadt Kavalla, die ein ziemlicher Tourismusmagnet ist. Leben lässt es sich sehr gut hier und die klimatischen Vorzüge weiss ich auch sehr zu schätzen. Xanthi ist eine gemütliche Kleinstadt mit ungefähr 60.000 Einwohnern, hat eine atmosphärische Altstadt und eine typisch südländische "Kaffeehauszivilisation" :-) ."
KEEPERsport: "Wie bist du denn damals eigentlich zu dem Engagement in Griechenland gekommen?"
Michael Gspurning: "Der Manager von Xanthi, Stelios Kadrakilakis, hat seit seinen Österreich-Engagements natürlich einen starken Kontakt zum Land und stieß dann unweigerlich auf meinen Namen. Vor mir spielten ja schon viele Landsleute hier und es werden auch nachher sicherlich noch viele hier ihr Können beweisen."
KEEPERsport: "Welche Liga schätzt du stärker ein, die griechische oder die in Österreich und warum?
Michael Gspurning: "Ich glaube, die Fünf-Jahres-Wertung der "UEFA" spiegelt am besten die Kräfteverhältnisse in Europa wider. Und da ist Griechenland klar vorne. Die Strukturen und Budgets, die die drei großen Athener Vereine hier haben, auch noch sicher PAOK und Aris Saloniki, die sind in Österreich wohl nur ganz schwer "auf die Beine" zu stellen. Rapid Wien und Red Bull Salzburg haben vielleicht langfristig die Möglichkeiten, dasselbe aufzubauen und international mitzuhalten."
KEEPERsport: "Deine zuletzt konstant guten Leistungen machen sicherlich auch andere Vereine auf dich aufmerksam?!? Kannst du dir eine Rückkehr nach Österreich nach Vertragsablauf vorstellen oder reizt dich nochmal `was ganz anderes, z. B. die deutsche Bundesliga oder gar die britische Insel?"
Michael Gspurning: " Über eine Rückkehr nach Österreich nachzudenken hätte jetzt keinen Sinn, da schon aufgrund meiner Ausstiegsklausel (1.000.000,-- €) es eher eine Frage der Finanzierung wäre als die, ob ich es mir vorstellen könnte. Das soll nicht heissen, dass ich nicht `mal wieder in die Heimat wechseln will, aber das Ziel bei einem Wechsel muss jetzt schon ganz klar lauten, entweder in Griechenland zu einem Topklub oder in eine größere Liga, die natürlich immer einen Reiz in sich birgt, zu wechseln!"
KEEPERsport: "Zur Torwartausrüstung: Du spielst seit einiger Zeit in Handschuhen von "PUMA", beim Länderspiel-Debüt mit dem "v1.08"; was ist für dich an einem guten Torwarthandschuh wichtig, was trägst du für eine Größe und wie gefallen dir unsere Sondereditions von "PUMA", die du ja auch schon getestet hast? Du warst meiner Recherche zufolge übrigens der erste österreichische Nationaltorwart seit Franz Wohlfahrt Ende der 80er Jahre, der im Team "PUMA"-Handschuhe getragen hat!"
Michael Gspurning: " Ich fühle mich sehr wohl mit dem "v1.08", das ist das Wichtigste. Wenn man in den Handschuh reinschlupft, dann muss einfach gleich das Gefühl passen und er muss rundherum sitzen. Ich bedanke mich auf diesem Weg auch für die "PUMA-Aquasoft-KEEPERsport-Edition", die ich von euch zur Verfügung gestellt bekommen habe und den ich für einen tollen Regenhandschuh halte. Er hätte bei entprechenden Wetter sogar Länderspielpremiere gefeiert, doch zu eurem Pech hielt das gute Wetter an ;-) ... "
KEEPERsport: "Dein Länderspieldebüt war auch gleichzeitig auch unser Einsatz, du hast ja im Türkei-Spiel unsere eigenproduzierte "Neo Short Shark" getragen. Was hat dich denn an dieser Unterziehhose so überzeugt, dass du ihr sogar in einem solch wichtigen Spiel vertraut hast?"
Michael Gspurning: "Gerade in einem wichtigen Spiel muss man doch das bestmögliche Material tragen, und dadurch, dass es für meine verwöhnten Verhältnisse ;-) ziemlich frisch war, kam mir die etwas dickere „Neo Short Shark“ dann genau recht."
KEEPERsport: " Du kennst ja unsere Firma schon fast seit Entstehen und bist quasi mit ihr großgeworden; was "taugt" dir eigentlich an uns und wie gefällt dir unser Konzept?"
Michael Gspurning: "Was euch auszeichnet ist die Fachkompetenz, die ihr mitbringt. Man merkt einfach, dass so viele Mitarbeiter bei euch, angefangen beim Chef, Profierfahrung als Torhüter haben und genau wissen, worauf es ankommt und was man ändern muss, damit die Sachen möglichst angenehm zu tragen sind bzw. den Körper auch entsprechend schützen."
KEEPERsport: "Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür - besuchst du die alte Heimat Österreich oder spielt die griechische Liga - ähnlich wie in England - durch?"
Michael Gspurning: "Wir spielten voriges Jahr durch, heuer werden sich aber drei Tage Heimaturlaub ausgehen. Ich liebe diesen Spielrythmus mit langer Sommerpause sehr, freue mich aber trotzdem wenigsten zu Weihnachten bei der Familie zu zuhause sein."
KEEPERsport: "Was sind deine Wünsche und Ziele für 2009, privat und sportlich?"
Michael Gspurning: "Privat könnte ich nicht glücklicher sein und hoffe natürlich, dass dieser Zustand ewig so bleibt. Für die sportlichen Ziele denke ich ist es das beste, einfach so weiterzumachen wie bisher, d. h. im "Jetzt" leben und das beste geben, der Rest wird folgen... "
Michael, VIELEN HERZLICHEN DANK für das nette Gespräch! Wir alle von KS wünschen Dir natürlich alles, alles Gute; der Kontakt mit dir war mir - wie immer - eine Ehre; es hat viel Spaß gemacht, auch wenn es (von meiner Seite aus) mit dem Interviewtermin etwas später als zunächst abgesprochen geworden ist ;-) !









